Rückblick: Internationale Konferenz der CPPD »ERINNERUNGSFUTUR«


9.–11.9.2022, Berlin

Am Freitag, den 9. September 2022, fand die Auftaktveranstaltung der Internationalen Konferenz der Coalition for Pluralistic Public Discourse (CPPD) unter dem Titel »ERINNERUNGSFUTUR« mit mehr als 150 Gästen im Allianz Forum, Berlin statt. Während dieser wurden die Zwischenergebnisse der CPPD zu pluralistischem Erinnern präsentiert.

Neben einem Grußwort der stellvertretenden Geschäftsführerin der Allianz Kulturstiftung Katharina Thomas, sprach die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Claudia Roth, in ihrer Begrüßung über die politische Relevanz von kollektivem Gedächtnis und Erinnerung:

„Erinnerung braucht Raum, Erinnerung braucht einen Ort, vor allem aber braucht sie Zeit und Aufmerksamkeit. Wir erinnern an Menschen, die Ziele von Gewalt, die Opfer von Kriegen und Terroranschlägen wurden. Wir erinnern an Tote, an Verletzte, an Überlebende, an Traumatisierte. Nicht an Zahlen und Opferstatistiken. Wir erinnern aber vor allem an und in die Zukunft. Erinnerung ist der Auftrag, die Demokratie resilient gegenüber antidemokratischen Bestrebungen zu machen. Zur Kultur wird sie erst dann, wenn sie täglich Wissen und Auftrag ist und nicht mehr vorwiegend oder alleine von den Betroffenen getragen wird.“

Auf die Rede folgte die öffentliche Vorstellung des »Manifests der Pluralen Erinnerungskultur«, einem zentralen Zwischenergebnis der gemeinsamen Arbeit der CPPD. Das »Manifest der Pluralen Erinnerungskultur«, das in 10 Thesen ein Gerüst für die Entwicklung einer pluralen Erinnerungskultur entwirft, kann hier nachgelesen werden. In einer anschließenden Paneldiskussion gaben die CPPD-Mitglieder Melina Borčak, Noa K. Ha und Benjamin Fischer Einblicke in die konkreten erinnerungsrelevanten Projekte, die im Rahmen der CPPD verwirklicht wurden.

In ihrem Schlusswort legte die Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, Ferda Ataman, einen Fokus auf die Stärkung Pluraler Erinnerungskulturen in Deutschland. Sie versteht diese als Teil einer progressiven Gesellschaftspolitik, die sich gegen jegliche Formen von Diskriminierung positioniert.

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung präsentierte die CPPD einen Film, der die Vielfalt des Netzwerkes und der gemeinsamen erinnerungspolitischen Arbeit seit ihrer Gründung reflektierte. Im Anschluss an die Vorstellung des Manifests feierte zudem ein Beitrag von CPPD-Mitglied Swantje Lichtenstein in Kooperation mit der Illustratorin Anja Nolte Premiere, der sich künstlerisch mit Pluralen Erinnerungskulturen auseinandersetzte.

Höhepunkt des zweiten Konferenztages war ein Netzwerktreffen für erinnerungspolitische Akteur*innen. Moderiert von Ali Yildirim, Mitbegründer der Bildungsinitiative Ferhat Unvar und freier Aktivist, bot das Treffen Raum zum Kennenlernen und zum Austausch von Erfahrungen und Herausforderungen im weiten Feld der erinnerungspolitischen Arbeit in Deutschland und Europa. Mehr als 40 Teilnehmende aus unterschiedlichen Initiativen, Institutionen und Bildungseinrichtungen kamen zu erinnerungspolitischen Themen ins Gespräch, entwickelten zukunftsweisende Perspektiven, schufen Synergien zwischen Themen und Projekten. Die breite Aufmerksamkeit für das Netzwerktreffen zeigte, wie hoch der Bedarf dieser Austauschformate innerhalb der heterogenen Landschaft an Erinnerungsakteur*innen ist. Mit dem ersten Netzwerktreffen im Rahmen der Internationalen Konferenz »ERINNERUNGSFUTUR« hat die CPPD eine Grundlage für die gemeinsame Arbeit in einem breiten und spartenübergreifenden Netzwerk geschaffen, die zukünftig weiter ausgebaut werden soll. Interessierte wurden zudem auf das Partner*innennetzwerk der CPPD aufmerksam gemacht.

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I attended several academic conferences on interreligious dialogue in the past, but I've never found a group like the one of DialoguePerspectives, that perfectly matches secularism with religions.

Eleonora, DialoguePerspectives participant

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