Rückblick: CPPD Netzwerktreffen „Future of Memory” im Rahmen des Jewish Culture Festivals

02. – 03. Juli 2022, Kraków

Das erste Netzwerktreffen der Coalition for Pluralistic Public Discourse (CPPD) im Jahr 2022 fand anlässlich der Einladung der Veranstalter*innen des Jewish Culture Festivals (JCF), des größten europäischen jüdischen Kulturfestivals, vom 2. bis 3. Juli in Kraków statt. Unter dem Titel „Future of Memory“ gestalteten die CPPD-Mitglieder gemeinsam mit dem künstlerischen Leiter der CPPD, Max Czollek, einen Programmstrang des Festivals und gaben dabei in unterschiedlichen Formaten Einblicke in Ziele, Anliegen und die vielfältigen Arbeitsschwerpunkte der CPPD.

Zum Auftakt der „Future of Memory“-Reihe stellte Max Czollek im großen zentralen Festzelt im historisch jüdisch geprägten Stadtteil Kazimierz die CPPD und die zentralen Ziele und Anliegen des Netzwerks vor. Im Anschluss an die Vorstellung konnte die CPPD den begrünten Garten des Café Okna für ein World Café Format nutzen: An fünf Tischen tauschten sich die CPPD-Mitglieder mit Besucher*innen bis weit in die Abendstunden zu zentralen Schwerpunkten des Netzwerks zu verschiedenen Themen um europäische Erinnerungskulturen aus. Fragen der Erinnerungsvergangenheit, -gegenwart und -zukunft waren ebenso Gegenstand der Diskussionen wie der Umgang mit Inklusivität und Exklusivität des Gedenkens. An den Gesprächen beteiligten sich Besucher*innen aus ganz unterschiedlichen Kontexten. Der Cafégarten verwandelte sich so innerhalb von drei Stunden in einen Raum für Visionen pluralistischer Erinnerungskultur und gab den Gesprächspartner*innen Impulse für eigenes zukunftsgerichtetes Handeln. Am Sonntag wurden im Rahmen eines „Recalls“ die zentralen Inhalte des Austauschs am Vortag zusammengefasst und dabei Verflechtungen von Potenzialen und Grenzen europäischer Erinnerungskulturen und -praktiken reflektiert. In einer Panel-Diskussion am Nachmittag diskutierten die CPPD-Mitglieder Hannan Salamat (Fachleiterin Islam beim Institut für Interreligiösen Dialog Zürich), Benjamin Fischer (Politikwissenschaftler beim Alfred Landecker Institut) und Stephanie Kuhnen (Journalistin, Autorin und Projektleiterin bei Lesbisch*.Sichtbar.Berlin),moderiert von Mac Czollek, in kritischer Auseinandersetzung mit dem Status quo von Erinnerungskultur über die Prozesse von Pluralisierung aus  unterschiedlichen Perspektiven. Sie loteten dabei auch Grenzen, Gleichzeitigkeiten und Ambivalenzen in der gemeinsamen Arbeit an diesem Prozess zwischen verschiedenen Communities und Akteur*innen aus.

Zum Abschluss des Festivalprogramms widmeten sich CPPD-Mitglieder in einem  Performance-Teil künstlerischen Zugängen und Perspektiven auf pluralistisches Erinnern. Eröffnet wurde das Format mit dem von der Historikerin Sarah Grandke kuratierten Dokumentarfilm „Memory Dialogues“. Die Journalistin und Aktivistin Melina Borcak gab Einblicke in ihr Projekt zum „Tag der weißen Bänder“ im Rahmen der CPPD. Die darauffolgende Performance der Künstlerin, Autorin und Hochschulprofessorin Swantje Lichtenstein faszinierte das Publikum mit abstrakter Videokunst, poetischen Textpassagen und eindrücklichen Soundcollagen. Zum Abschluss performte der Dramaturg Tobias Herzberg einen Auszug aus seinem Stück „Feygele“, in dem jüdische Identität aus einer queeren Perspektive, Begehren, Ausgrenzung, schwules Stigma und Selbstbestimmung thematisiert werden.

 

Mehr Informationen zum Festival: https://www.jewishfestival.pl/en/

Fotocredit: Edyta Dufaj, Dufajedyta.com

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˝DialoguePerspectives offers a unique change of perspective! The programme allows you to really grapple with current and highly societally relevant questions, to reflect on your own identity, and to get to know the diversity of European identities. I am very grateful for the intensive personal discussion and encounters, and the great amount of food for thought that has stuck with me long past the seminars.

Ezgi, DialoguePerspectives alumnus

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